Herbstbücher: Cozy oder Dark? Was Lesen im Herbst für uns ausmacht

Warum holt der Herbst eigentlich so viele Granny-Hobbies aus dem Schrank? Diese Frage haben wir uns gestellt, während wir uns mit Mini-Staffeleien gegenübersaßen und versucht haben, uns gegenseitig zu porträtieren. Spoiler: Die Porträts sind … Kunst. Abstrakte Kunst.

In unserer Herbstfolge geht es ausnahmsweise nicht um ein bestimmtes Genre, sondern um Stimmung. Was macht Lesen im Herbst für uns aus? Was ist überhaupt ein Herbstbuch? Und warum sind so viele Bookies gleichzeitig Herbstfans, Teetrinkerinnen und Strickerinnen? Die Fragen dazu kamen von euch aus der Community – danke dafür!

Was macht ein Herbstbuch aus?

@living_a.thousand_lives wollte wissen, woran wir bei „Herbstbuch“ denken: an ein schickes Cover, an ein Buch, in dem Herbst Thema ist, oder einfach an das Herbstgefühl? Schnell war klar, dass wir dabei an ziemlich unterschiedliche Dinge denken.

Für Jo ist es vor allem eins: Nebel. Ein Buch, in dem diese neblige Stimmung mitschwingt, ist für sie ein Herbstbuch, auch wenn das Wort Nebel kein einziges Mal fällt. Harry Potter gehört deshalb für sie in den Herbst, die Tribute von Panem dagegen nicht. Klingt erstmal komisch, macht aber total Sinn, wenn man drüber nachdenkt.

Anne zieht es im Herbst eher zu heimeligen Geschichten mit viel Weltendetails und gern auch einer Prise Düsternis. Cozy Fantasy ist für sie Herbst pur, und alles mit Pflanzen, Kürbissen, Katzen oder Halloween sowieso.

Krimi oder Cozy Fantasy?

Jo ist im Herbst ganz klar in Krimi-Lesezeit. Ein guter Krimi an einem grauen Herbsttag ist für sie unschlagbar. Ihre Empfehlung von letztem Herbst: „Ein Mord im November“, ein moderner Krimi über zwei Detectives in England, die denselben Namen tragen und deshalb ständig verwechselt werden. Wurde schon oft verliehen, und die Rückmeldungen waren bisher immer gut.

Anne hat ihr erstes richtiges Herbstbuch in diesem Jahr in der Cozy Fantasy gefunden: eine Geschichte um eine Hexe und Botanikerin mit Katzendrache, viel Pflanzenmagie, Pflanzen mit Eigenleben und mehr Spannung, als man im Genre erwarten würde. Und ja, im Herbst darf es bei ihr auch mal etwas romantischer werden. Sommerschnulzen dagegen? Eher nicht.

Spannend fanden wir dabei, wie sehr sich unser Lesen mit den Jahreszeiten verändert. Im Sommer wird bei uns querbeet und mehr Gesellschaftsliteratur gelesen, im Herbst brauchen wir Geschichten, die zu Tee, Decke und Regen am Fenster passen.

Cozy oder Dark?

Die Frage von @readtotouchtheuniverse hat uns kurz ins Grübeln gebracht. Jo hat eine klare Antwort: Wenn mit Dark Dark Romance gemeint ist, dann nicht. Wenn es um die Stimmung geht, dann ganz klar Dark.

Anne kann sich nicht festlegen und will das auch gar nicht. Sie wechselt ständig zwischen leicht und schnuckelig und richtig spannend mit schweren Themen. Dark Fantasy hat für sie gerade im Herbst ihren ganz eigenen Charme.

Irgendwo dazwischen liegt Dark Academia: atmosphärisch, oft düster, manchmal mit ziemlich starken Themen. Jo ist da noch nicht überzeugt, vielleicht hat sie aber auch einfach noch nicht das richtige Buch erwischt. Gute Nachricht: Annes Dark-Academia-Kurzgeschichte erscheint bald bei Buchgeflüster. Jo hat schon versprochen, sie zu lesen.

Was Herbstcover verraten

Darüber sind wir direkt beim nächsten Thema gelandet: Was macht eigentlich ein Herbstcover aus? Für uns sind es warme Braun- und Rottöne, Kürbisse, Katzen, Buchläden, Bibliotheken und Cottages. Settings in England, Irland, Schottland oder Kanada gehen sowieso immer.

Und dann haben wir uns gefragt, was Cover allgemein signalisieren:

  • New Adult: oft pastellig und niedlich, und genau da geht es dann meistens ordentlich zur Sache

  • YA und Fantasy: gern mit verschnörkelten Rahmen und kleinen Ornamenten

  • Romance: zwei Figuren, die sich in den Armen liegen, und viel Deko drumherum

  • Krimi: eher gedeckt und zurückhaltend, und ja, manche Ostsee- und Nordseekrimi-Cover sind wirklich schlimm

  • Gegenwartsliteratur: abstrakte Elemente, Stillleben, Landschaften, und erstaunlich oft ein Vogel

Schade finden wir, wie einheitlich viele Cover inzwischen aussehen. Umso mehr freuen wir uns über die, die rausstechen, zum Beispiel ein Cover mit einer Kuh drauf. Davon gibt es eindeutig zu wenige.

Wie wir schreiben: Notizbuch, Laptop oder Diktiergerät?

@farbenzeilen hat uns gleich mehrere Fragen zum Schreibprozess geschickt. Die kurze Antwort: Wir sind ziemlich klassisch.

Plotten mit Stift und Papier. Jedes Projekt bekommt erstmal ein eigenes Notizbuch zum Brainstormen. Die Notizen wandern danach auf den Rechner, damit man von überall drankommt und nicht ständig fünf Notizbücher mitschleppen muss. Unser gemeinsames Projekt haben wir im Café geplottet, mit Stift, Papier, viel Durchstreichen und fast zerrissenen Seiten. Eine Korkwand wie bei echten Detektivinnen steht aber schon auf der Wunschliste.

Schreiben am Laptop. Ein Autorenprogramm nutzen wir bisher nicht, geschrieben wird ganz klassisch. Papyrus würden wir uns aber gern mal genauer anschauen.

Diktieren? Nur als Memo. Ideen sprechen wir unterwegs ein, als Sprachnachricht oder ins Diktierprogramm: was in einem Kapitel passieren soll, worauf wir achten wollen. Den eigentlichen Text diktieren können wir uns beide nicht vorstellen. Die Geschichte muss durch die Hände aufs Dokument.

Laut vorlesen. Was wir dagegen oft machen: das Geschriebene laut lesen. So hört man, wie Sätze wirken und wo der Satzbau hakt. Anne überlegt sogar, sich beim Vorlesen aufzunehmen und das Ganze wie ein Hörbuch anzuhören.

Kommen beim Tippen mehr Ideen? Definitiv. Wer regelmäßig schreibt, hat mehr Ideen als nach einer langen Pause. Genauso viel bringen uns aber unsere Gespräche, das gegenseitige Gegenlesen und fremde Bücher, bei denen man denkt: Wow, das ist richtig gut umgesetzt. Ein gemeinsames Schreibwochenende steht deshalb auch noch auf dem Plan.

Übrigens: Unser gemeinsames Projekt ist ganz klar ein Herbstbuch. Mehr verraten wir, sobald wir dürfen.

Unser Herbst abseits der Bücher

@pageturnswithnicki wollte wissen, was wir am Herbst am meisten lieben und was wir diesen Herbst unbedingt machen wollen. Die Liste ist lang:

  • Kerzen: Anne holt sie im Herbst raus und geht gern mit Jo Duftkerzen shoppen. Einig werden sie sich beim Duft allerdings fast nie.

  • Wolle: Wir stricken und häkeln. Die Wollvorräte reichen locker für mehr Projekte, als wir je schaffen werden, ganz wie beim SuB.

  • Einkochen: Chai-Sirup, Pesto und andere selbstgemachte Vorräte für die kalten Monate.

  • Waldspaziergänge: wegen des Lichts, der Fotomotive und der Pilze. Mit Jo im Wald kommt man allerdings kaum voran, weil sie jeden Pilz genau anschauen muss.

  • Gemütlich zu Hause: Regen am Fenster, Tee, Decke, ein Buch oder Hörbuch zum Stricken.

In der Folge erzählen wir außerdem von unseren Monatshighlights: Pilze sammeln mit Freunden in Jos Heimat (inklusive einer Lektion auf Badisch, warum Grumbeere nicht neben Zwiebeln gehören) und Annes Urlaub in Dänemark.

Jetzt seid ihr dran: Sucht unser Romantasy-Buch aus

Am Ende der Folge hat der Generator das nächste Genre gezogen: Romantasy. Und diesmal entscheiden nicht wir, sondern ihr. Eine oder einer von euch darf unser nächstes Buch auswählen.

Die Regeln: Es muss ein Romantasy-Roman sein, am besten einer, den wir noch nicht kennen. Und am besten auch ein guter. Alle Infos findet ihr in unserem Post auf Instagram bei @itsnotabouthappyendings.

Die ganze Folge mit Porträt-Reveal, Michael-Jackson-Vergleich inklusive, hört ihr bei Jo-Anne auf Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.

Und jetzt seid ihr dran: Was ist euer Herbstbuch, cozy oder dark? Schreibt es uns in die Kommentare.

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Tropes: Hilfreiche Einordnung oder Spoiler auf dem Cover?